Satzung und Richtlinien

 

 

Satzung des Vereins

"Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten"

  

§ 1 Name, Sitz, Eintragung, Geschäftsjahr

(1)  Der Verein trägt den Namen "Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten".

(2)  Er hat den Sitz in Bammental.

(3)  Er ist in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Heidelberg einzutragen und führt danach den Zusatz "eingetragener Verein".

(4)  Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

  

§ 2 Vereinszweck

(1)  Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts  „Steuerbegünstigte Zwecke“  der Abgabenordnung 1977 (§§ 51 ff. AO) in der jeweils gültigen Fassung.

 

Zweck des Vereins ist die Pflege und Entwicklung des Bammentaler Duft- und Heilkräutergartens im Alten Friedhof als bedeutsame Stätte für Natur und Kultur.

 

(2)  Er bezweckt insbesondere

·      Pflege des Gartens nach den Grundsätzen der Garten-Pflegerichtlinie in der jeweils gültigen Fassung (Anhang)

·      Information über und Werbung für das Gärtnern im Einklang mit der Natur.

·      Förderung des Wissens über alte Heil- und Nutzpflanzen und die heimische Tierwelt.

·      Zusammenarbeit mit den lokalen Schulen, den Kirchengemeinden und Einrichtungen der Jugendpflege zur Förderung von Verständnis für und Liebe zur Natur.

·      Schaffung und Erhalt eines Ortes der Ruhe und Erholung für jedermann.

·      Würdige Nutzung des ehemaligen Friedhofes.

 

(3)  Zur Verwirklichung der vorgenannten Zwecke wird der Verein vor allem wie folgt tätig:

  • Praktische Arbeit von Mitgliedern und Interessierten im Garten
  • Regelmäßige, für alle Interessierten offene Treffen
  • Veröffentlichungen in verschiedenen Organen
  • Führungen
  • Zusammenarbeit mit der Gemeinde als Eigentümerin der Fläche
  • Zusammenarbeit mit interessierten Einrichtungen
  • Sammeln von finanziellen Mitteln für den Unterhalt und die Entwicklung des Gartens.

 

§ 3 Selbstlosigkeit

(1)  Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

(2)  Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.

Die Mitglieder des Vereins dürfen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins erhalten.

(3)  Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

 

§ 4 Mitgliedschaft

(1)  Mitglied des Vereins kann jede natürliche Person werden, die seine Ziele unterstützt (§ 2).

(2)  Über den Antrag auf Aufnahme in den Verein entscheidet die Mitgliederversammlung.

(3)  Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss oder Tod.

(4)   Der Austritt eines Mitglieds ist zum Jahresende möglich. Er erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand unter Einhaltung einer Frist von einem Monat.

(5)   Der Ausschluss erfolgt durch Beschluss der Mitgliederversammlung, wenn ein Mitglied gegen die Ziele und Interessen des Vereins schwer verstoßen hat oder die Voraussetzungen der Satzung nicht mehr erfüllt. Ein Mitglied kann mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden.

 

 § 5 Beiträge

Der Verein erhebt Beiträge. Über die Höhe der Mitgliedsbeiträge entscheidet die Mitgliederversammlung.

 

 § 6 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind:

·      der Vorstand

·      die Mitgliederversammlung

  

§ 7 Der Vorstand

(1)  Der Vorstand besteht aus 3 Personen mit den Ämtern 1. Vorsitzende(r), 2. Vorsitzende(r) und Kassenwart(in). Die Amtszeit beträgt ein Jahr. Wiederwahl ist zulässig. Die jeweils amtierenden Vorstandsmitglieder bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit im Amt, bis Nachfolger gewählt sind.

(2)  Der Vorstand beschließt über alle Vereinsangelegenheiten, soweit sie nicht eines Beschlusses der Mitgliederversammlung bedürfen. Er hat insbesondere folgende Aufgaben:

  • Vorbereitung und Einberufung der Mitgliederversammlung
  • Ausführung von Beschlüssen der Mitgliederversammlung
  • Erstellen eines Jahresberichtes und einer Jahresrechnung.

Der Vorstand übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus.

(3)  Vorstandssitzungen finden bei Bedarf statt. Der Vorstand ist bei Anwesenheit von 2 Mitgliedern beschlussfähig. Er fasst Beschlüsse mit Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

(4)  Beschlüsse des Vorstands können bei Eilbedürftigkeit auch schriftlich oder fernmündlich gefasst werden, wenn alle Vorstandsmitglieder ihre Zustimmung zu dem Verfahren schriftlich oder fernmündlich erklären. Schriftlich oder fernmündlich gefasste Vorstandsbeschlüsse sind schriftlich niederzulegen und vom Sprecher zu unterzeichnen.

(5)   Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich (§ 26 BGB) vom 1. Vorsitzenden und vom 2. Vorsitzenden vertreten. Jeder ist alleinvertretungsberechtigt. Im Innenverhältnis wird bestimmt, dass der 2. Vorsitzende nur bei Verhinderung des 1. Vorsitzenden zur Vertretung berechtigt ist.

  

§ 8 Mitgliederversammlung

(1)  Die Mitgliederversammlung ist einmal jährlich einzuberufen.

(2)  Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn es das Vereinsinteresse erfordert oder wenn die Einberufung von 20% der Vereinsmitglieder schriftlich und unter Angabe des Zwecks und der Gründe verlangt wird.

(3)  Die Einberufung der Mitgliederversammlung erfolgt schriftlich durch den 1. Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung durch den 2. Vorsitzenden unter Wahrung einer Einladungsfrist von mindestens 2 Wochen bei gleichzeitiger Bekanntgabe der Tagesordnung. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Es gilt das Datum des Poststempels. Das Einladungsschreiben gilt dem Mitglied als zugegangen, wenn es an die letzte vom Mitglied dem Verein schriftlich bekannt gegebene Adresse gerichtet ist.

(4)  Die Mitgliederversammlung als oberstes beschlussfassendes Vereinsorgan ist grundsätzlich für alle Aufgaben zuständig, sofern bestimmte Aufgaben gemäß dieser Satzung nicht einem anderen Vereinsorgan übertragen wurden. Ihr sind insbesondere die Jahresrechnung und der Jahresbericht zur Beschlussfassung über die Genehmigung und die Entlastung des Vorstands schriftlich vorzulegen. Sie wählt den Vorstand bestehend aus 1. und 2. Vorsitzender/m und Kassenwart(in). Sie bestellt zwei Rechnungsprüfer, die weder dem Vorstand noch einem vom Vorstand berufenen Gremium angehören und auch nicht Angestellte des Vereins sein dürfen, um die Buchführung einschließlich Jahresabschluss zu prüfen und über das Ergebnis vor der Mitgliederversammlung zu berichten.

Die Mitgliederversammlung entscheidet insbesondere über:

·         Aufgaben des Vereins

·         Mitgliedsbeiträge (siehe § 5),

·         Satzungsänderungen,

·         Auflösung des Vereins.

(5)   Jede satzungsmäßig einberufene Mitgliederversammlung wird als beschlussfähig anerkannt ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Vereinsmitglieder.

Jedes Mitglied hat eine Stimme. Das Stimmrecht ist nicht übertragbar.

(6)   Die Mitgliederversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit.

Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

 

 § 9 Änderung des Zwecks und Satzungsänderung

(1)  Für die Änderung des Vereinszwecks und für andere Satzungsänderungen ist eine 2/3 Mehrheit der erschienenen Vereinsmitglieder erforderlich.

Über Satzungsänderungen kann in der Mitgliederversammlung nur abgestimmt werden, wenn auf diesen Tagesordnungspunkt bereits in der Einladung  zur Mitgliederversammlung hingewiesen wurde und der Einladung sowohl der bisherige als auch der vorgesehene neue Satzungstext beigefügt worden waren.

(2)  Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- oder Finanzbehörden aus formalen Gründen verlangt werden, kann der Vorstand von sich aus vornehmen. Diese Satzungsänderungen müssen der nächsten Mitgliederversammlung mitgeteilt werden.

  

§ 10 Protokolle

Die Beschlüsse des Vorstandes und der Mitgliederversammlungen werden schriftlich protokolliert, vom Protokollführer unterzeichnet und stehen den Mitgliedern zur Einsicht zur Verfügung.

§ 11 Auflösung des Vereins und Vermögensbindung

(1)  Für den Beschluss, den Verein aufzulösen, ist eine  3/4 – Mehrheit der in der Mitgliederversammlung anwesenden Mitglieder erforderlich. Der Beschluss kann nur nach rechtzeitiger Ankündigung in der Einladung zur Mitgliederversammlung gefasst werden.

(2)  Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins zu gleichen Teilen an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., den Naturschutzbund Deutschland (NABU e.V.) und Greenpeace e.V., die es ausschließlich und unmittelbar für gemeinnützige bzw. mildtätige Wohlfahrtszwecke zu verwenden haben.

  

§ 12 Inkrafttreten

 

Diese Satzung tritt mit dem Eintrag ins Vereinsregister in Kraft.

  

 

Diese Satzung wurde am 28. April 2005. in Bammental von der Gründungsversammlung beschlossen und am 20. August 2005 vom Vorstand den Erfordernissen des Registergerichtes Heidelberg angepasst. Eine weitere Anpassung auf ein erneutes Schreiben des Registergerichtes Heidelberg erfolgte am 20.Oktober 2005. Dies bestätigen die Vereinsmitglieder mit Ihrer Unterschrift (vgl. folgende Seite).

 

Bammental, den 20. Oktober 2005

  

 

Michael Rauch, 1. Vorsitzender                                                                   Dr. Peter Schreiber, 2. Vorsitzender            

 

                                                           Beate Friedetzki, Kassenwartin


 

 

                                                            Anhang zur Vereinssatzung / Pflege - Richtlinien

                                   Der Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten:

Was uns bei Anlage und Pflege wichtig ist

Februar 2002

 

 

Mit dem Duft- und Heilkräutergarten wollen wir für die Menschen in Bammental einen Ort der Ruhe und Beschaulichkeit schaffen und für die Natur ein Refugium innerhalb der Ortschaft, und wir wollen diesen schönen und historisch bedeutsamen Ort auf würdige Weise weiter nutzen.

 

Wer mitmachen möchte, sollte offene Augen und überhaupt wache Sinne haben, Freude an den kleinen Dingen und ein Herz für alles, was da kreucht und fleucht. Unser Garten soll nämlich kein plakatives Renommierstück werden, sondern etwas für Leute, die noch genau hinsehen können und wollen.

 

Wir wollen diesen Garten im Einklang mit der Natur gestalten und nicht gegen sie.

  

1. Wir wirtschaften biologisch.

 

Die Bewirtschaftung unseres Gartens erfolgt nach den Regeln des biologischen Land- und Gartenbaues erfolgen, denn der Garten soll nicht nur ansprechend für die menschlichen Besucher sein, sondern auch freilebenden Tieren und Pflanzen einen ungestörten und unvergifteten Lebensraum bieten. Chemikalien, die in der Landschaft zum Artensterben geführt haben, haben deshalb im Garten nichts zu suchen. Das heißt: Wir arbeiten

* ohne Mineraldünger und

* ohne Pflanzen“schutz“mittel, (also ohne Unkrautvernichter, Insektenvernichter, Pilzvernichter,

   Moosvernichter usw.)

 

2. Wir arbeiten naturverträglich und nachhaltig

 

Wir wollen nicht, dass für das Gedeihen unseres Gartens Lebensräume anderswo zerstört werden. Torf ist für uns daher tabu, denn durch den Torfabbau werden Moore – wertvolle gewachsene Lebensräume – zerstört.

 

Wir wollen auch keine Pflanzen setzen, die aus der freien Natur entnommen wurden. Durch unkontrolliertes Sammeln wurden viele Arten in ihren Heimatgebieten beinahe ausgerottet. Wir achten daher beim Kauf unserer Stauden und Blumenzwiebeln darauf, dass sie nicht aus Wildsammlungen stammen.

 

Unsere Parkbänke sind selbstverständlich nicht aus tropischen Hölzern.
3. Wir päppeln keine ungeeigneten Pflanzen

 

Was nicht (fast) von selber wächst, hat Pech gehabt.

Unser Garten soll robust sein. Pflanzen, die in unserem Klima nur schwer gedeihen, und daher anfällig für Blattläuse & Co. sind, solche, die hohe Ansprüche an den Standort stellen und daher ständige Pflege brauchen (z. B. Arten, die eigentlich Torfböden zum Gedeihen brauchen), Pflanzen, die unter Energieaufwand im Gewächshaus überwintert oder im Sommer ständig gegossen werden müssen, sind nicht geeignet.

 

Jeder Garten ist anders und nicht überall gedeihen die gleichen Pflanzen. Bei der Auswahl der Pflanzen berücksichtigen wir natürlich die Standortbedingungen – dennoch werden wir im Lauf der Zeit über das, was dort gut wächst, und was nicht, das eine oder andere dazulernen.

 

 4. Die Pflanzen sind nicht nur für uns Menschen da

 

Schmetterlinge, Wildbienen, Käfer und viele Andere sind auf heimische Pflanzen angewiesen. Wir holen daher (nicht nur, aber auch!) solche Pflanzen in unseren Garten, die auch wild bei uns vorkommen und die auf den ersten Blick vielleicht nicht so attraktiv erscheinen, dafür aber den Tieren das Leben erleichtern.

 

Pflanzen mit gefüllten Blüten sind „Mogelpackungen“ für Tiere, denn sie haben weder Pollen noch Nektar. Wir werden daher nur ungefüllte Sorten pflanzen.

 

 

5. Die Pflanzen sollen in unseren Garten passen

 

Wir wollen einen „Kräuter- und Duftgarten in der Tradition alter Klostergärten“ anlegen. In einem solchen Garten haben Geranien und Pampasgras, Feuerdorn und Cotoneaster nichts verloren. Was hineinpasst und was gepflanzt werden kann und soll, wollen wir jeweils zusammen besprechen.

 

 

6. Wir arbeiten nicht mit Staubsauger und Nagelschere

 

Sterile Gärten, in denen kaum noch etwas lebt, gibt es genug. Wir werden zwar dafür sorgen, dass Löwenzahn, Disteln und Winden unseren Garten nicht übernehmen, aber wir haben nicht den Anspruch, sie daraus völlig zu vertreiben.

 

Wir werden auch nicht jede Mauerritze zukleistern oder jedes Grashälmchen aus dem Weg rupfen. Wir werden abgeblühte Blütenstände über den Winter als Vogelfutter stehen lassen und z.B. einen Reisighaufen anlegen, in dem Ringelnattern oder Igel wohnen können.

 

Ein bisschen Wildnis fördert nicht nur die Romantik, sondern erhöht auch den Wert des Gartens als Lebensraum ganz ungemein.

 

 

In diesem Sinne wünschen wir allen, die mitmachen, und allen BesucherInnen viel Freude bei der Arbeit und an allem, was in unserem Garten wächst und blüht.